Obwohl es weltweit verschiedene Arten von Bauspar-Systemdesigns gibt, können fast alle als Ableger des "geschlossenen" deutschen Bauspar-Systems oder des "offenen" französischen épargne-Logements betrachtet werden. Das moderne Bauspar-System entstand in Deutschland in den 1920er Jahren sowohl aus sozialen als auch aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen. [4] Ursprünglich versuchten die Bausparkassen, alle von Denkäufern benötigten Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Da die Regierung dies jedoch für nicht geeignet hielt, stellte sie 1938 offiziell fest, dass die Haupttätigkeit der Bausparkassen darin bestehe, zweitverpfändende Hypotheken zu gewähren. Daher erweitern Kreditnehmer heute in der Regel ihre Vertragskredite mit Krediten aus anderen Kreditquellen, die durch eine erste Hypothek gesichert sind. Rund 60 Prozent aller Wohnungsgeschäfte sind teilfinanziert von einer Bausparkasse. Ideal typisch für die Wohnungsfinanzierung in Deutschland sind demnach 50 bis 60 Prozent Hypothekenkredite von Banken (durch Ersthypothek besichert), 20 bis 30 Prozent Bausparkassen-Kredite (durch Zweithypothek besichert) und 20 bis 30 Prozent Eigenkapital. [5] Tatsächlich trägt das Bauspar-System mit seiner Funktion als kapitalbildende und zinsgünstige Hypothekenvergabe institution dazu bei, dass Wohneigentum in Deutschland in der Regel solide finanziert wird. Das deutsche System ist "geschlossen", da es einem strengen Grundsatz der Gegenseitigkeit und Transparenz folgt. [6] Bauspar-Einlagen werden von einem spezialisierten Kreditinstitut, der Bausparkasse, mobilisiert und nur zur Finanzierung von Krediten für die Teilnehmer des Systems zur Verfügung gestellt. Wenn die verfügbaren Mittel nicht ausreichen, um den aktuellen Bauspar-Kreditbedarf zu decken, werden die Teilnehmer nach genau definierten Warteschlangenregeln bedient. Der Betrag des Kredits, den ein Kunde erhalten kann, ist das 1- bis 1,5-fache des vom Haushalt eingesparten Betrags.

Anfangs erhielten Sparer, die die Laufzeit eines Vertrags erfüllen, eine staatliche Zinsprämie in Höhe von 25 Prozent des eingesparten Betrags (bis zu einem festgelegten Maximum). Heute ist diese Prämie auf nur noch 8,8 Prozent gesunken und an die Verwendung der Mittel für den Erwerb/Bau oder die Modernisierung/Renovierung von Wohnungen gebunden. Doch seit 2008 ist das Bauspar-System auch fester Bestandteil der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Das französische System wurde vom bereits etablierten deutschen System inspiriert. [7] Das ursprüngliche geschlossene französische System wurde jedoch bis 1970 absichtlich in ein "offenes" System umgewandelt.